A B D E F G H I K L N O P R S T U V W Z

A

AGIO
(> Disagio) Agio bedeutet so viel wie „Aufgeld“ und ist ein meist in Prozent angegebener Betrag. Er wird auf den Nennwert eines Wertpapiers aufgeschlagen und vom Emittent, dem Herausgeber des Wertpapiers, einbehalten. Das schmälert den Ertrag für den Anleger.
AUSFALLRISIKO
Auch Kreditrisiko genannt, bezeichnet das Risiko für ein Kreditinstitut, dass der Kreditnehmer den Kredit nicht oder nicht vollständig wie vertraglich vereinbart zurückzahlen kann. Dieses Risiko versuchen Kreditinstitute möglichst gering zu halten, weshalb z.B. je nach Zahlungsfähigkeit eines potentiellen Kreditnehmers die Höhe oder Laufzeit eines Kredits begrenzt wird.

B

BAFÖG
Gebräuchliche Umschreibung für die staatliche Förderung von Schülern und Studenten durch das Bundesausbildungsrderungsgesetz. BAföG-Zahlungen bestehen in der Regel zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen, das nach Beendigung der Ausbildung zurückgezahlt werden muss.
BAFIN
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist die deutsche Behörde zur Überwachung des Finanzmarktes. Sie beaufsichtigt Banken, Versicherungen und Wertpapiergeschäfte und achtet dabei insbesondere auf deren Zahlungsfähigkeit.
BARGELDLOSER ZAHLUNGSVERKEHR
Oberbegriff für alle Arten von Zahlungen durch Verrechnung von Konto zu Konto. Das bedeutet, dass Kreditinstitute Buchgeld zwischen verschiedenen Girokonten bewegen. Dies geschieht mit Hilfe von Schecks, Überweisungen, Lastschriftverfahren, Online-Banking, einer girocard oder Kreditkarte. Viele Kreditinstitute erheben für diese Dienstleistung eine Kontoführungsgebühr.
BEITRAGSBEMESSUNGSGRENZE
Der Betrag zur Sozialversicherung – für die gesetzliche Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung – eines Arbeitnehmers richtet sich prozentual nach seinem Bruttoeinkommen. Der Betrag, bis zu dem Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen sind, wird als Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet. Der Teil des Einkommens, der über dieser Grenze liegt, bleibt für die Beitragsbemessung unberücksichtigt.
BOND
Bond ist die englische Bezeichnung für eine Anleihe. Mittlerweile ist der Begriff auch im deutschen Sprachraum geläufig.
BONITÄT
Auch Kreditwürdigkeit genannt, bedeutet die Fähigkeit einer Person, eines Unternehmens oder eines Staates, Schulden zurückzahlen zu können.
BRUTTOINLANDSPRODUKT
Das Bruttoinlandsprodukt (oft auch: BIP) gibt den Wert aller Güter und Dienstleistungen an, die in einem Jahr in einer Volkswirtschaft produziert werden. Die Änderungsrate des BIP von Jahr zu Jahr wird als Maß für das Wirtschaftswachstum genutzt.

D

DAX
Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er beschreibt die Entwicklung der Aktien der 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Gegründet wurde der DAX 1988, sein Startwert wurde damals auf 1.000 Punkte festgelegt.
DEFLATION
(> Inflation) Als Deflation wird ein anhaltender Rückgang des Preisniveaus bezeichnet. Die Geldmenge nimmt ab, der Wert des verbleibenden Geldes steigt dadurch. Besitzer von Sachgütern werden dadurch benachteiligt, wer allerdings Geldvermögen besitzt, profitiert von einem nun höheren Geldwert als vor Beginn der Deflation.
DEPOT
Unterschieden werden zwei Arten: geschlossene und offene Depots. Den Inhalt geschlossener Depots kennt nur der Bankkunde, sie bestehen zumeist aus Schließfächern in Panzerschränken in einer Bankfiliale. In einem geschlossenen Depot werden Wertgegenstände wie Wertpapiere, Goldbarren oder Schmuck feuerfest und diebstahlsicher aufbewahrt. Bei offenen Depots, auch Wertpapierdepots genannt, kennt die Bank den Depotinhalt und übernimmt neben der Verwahrung auch Verwaltungsfunktionen.
DERIVAT
Als Derivat werden Termingeschäfte aller Art bezeichnet. Dabei handelt es sich um Verträge oder Finanzinstrumente, deren Wert von in der Zukunft erzielten Preisen für andere Güter oder Wertpapiere abhängt.
DEVISEN
Zahlungsmittel (nur Buchgeld) in Fremdwährungen. Das Bargeld anderer Währungen (Banknoten und Münzen) wird Sorten genannt.
DISAGIO
(> Agio) Auch Abgeld genannt. Ein meist in Prozent angegebener Betrag, der bei der Ausgabe von Wertpapieren oder bei der Gewährung von Krediten vom Nennwert abgeschlagen wird. Ein Disagio schmälert den Ertrag des Herausgebers eines Wertpapiers und kommt dem Anleger zugute.
DIVIDENDE
Als Dividende bezeichnet man den Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft (AG), der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Die Höhe dieses jährlich ausgezahlten Betrages wird meist auf der Hauptversammlung der AG beschlossen.

E

EMITTENT
Eine Institution, die Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen auf einem Markt ausgibt, was der Beschaffung von Eigen- oder Fremdkapital dient. Emittenten können Unternehmen, Staaten oder auch Notenbanken sein.
EMITTENTENRISIKO
Kauft ein Anleger Wertpapiere wie Anleihen, Zertifikate oder Optionsscheine, so geht er ein Emittentenrisiko ein, also das Risiko, dass sich die finanzielle Lage des Herausgebers der Wertpapiere verschlechtert, deren Kurs fällt und der Wertpapierinhaber Verluste verzeichnet.
ESM - EUROPÄISCHER STABILITÄTSMECHANISMUS
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll mittelfristig die derzeit noch gültige Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ersetzen. Beide Maßnahmen zusammen verfügen über Mittel in Höhe von ca. 700 Milliarden Euro, um die Zahlungsfähigkeit aller Länder der Euro-Zone zu sichern. Gerät ein EU-Land in finanzielle Nöte, kann es aus dem ESM mit günstigen Krediten versorgt werden. Im Gegenzug muss der Nehmerstaat jedoch die strengen wirtschaftspolitischen Auflagen des ESM erfüllen.
EU-FISKALPAKT
Dieser Vertrag verpflichtet die europäischen Staaten seit März 2012 zur gemeinschaftlichen Zusammenarbeit in Steuer- und Finanzpolitik. Er ist sowohl Folge der Staatschuldenkrise der Euro-Zone als auch Resultat der engen wirtschaftlichen Verflechtungen der EU-Länder. Indem der Fiskalpakt den Ländern eine verbindliche maximale Defizitquote vorschreibt und Länder mit einem zu hohem Schuldenstand weitgehend automatisch sanktioniert werden, soll dieser Vertrag zur Steigerung der Haushaltsdisziplin der Länder beitragen. Bis auf Großbritannien und Tschechien haben 25 der 27 Mitgliedsländer den Vertrag unterzeichnet.
EURIBOR
(Euro Interbank Offered Rate) Bezeichnung für den Zinssatz, zu dem sich Kreditinstitute in Europa gegenseitig Geld leihen.
EURO-RETTUNGSSCHIRM
Dieser politische Begriff bezeichnet das gesamte Maßnahmenpaket der EU-Staaten zur Stabilisierung der Euro-Zone. Seit 2010 wurden deshalb vor allem mit Hilfe von Krediten die Länder Griechenland, Irland und Portugal unterstützt, welche sich in finanzieller Schieflage befanden. Diese Aufgabe hat teilweise auch der Internationale Währungsfonds (IWF) übernommen. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist ebenso Teil des Rettungsschirms, wie die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF).
EURO-ZONE
27 europäische Staaten formen derzeit die Europäische Union, in 17 EU-Ländern und sechs weiteren Staaten ist der Euro die Landeswährung. Für die Einführung des Euro gelten harte Kriterien (Konvergenzkriterien): stabiles Preisniveau, niedrige Zinsen, stabile Wechselkurse, gesunde Staatsfinanzen. Mittlerweile ist der Euro eine der wichtigsten Reservewährungen weltweit.
EUROBONDS
Kontrovers diskutiert, wurden die Eurobonds bisher noch nicht eingeführt.  Diese bezeichnen Anleihen, die die Länder der Euro-Zone gemeinschaftlich herausgeben und als Emittent gemeinsam für die Zinszahlung sowie die Rückzahlung der Anleihe am Laufzeitende haften. Das heißt konkret: Wird ein Euro-Land zahlungsunfähig, übernehmen die anderen Mitgliedsländer an seiner Stelle die Zahlungsverpflichtung.
EUROPÄISCHE BANKENUNION
Die in der Diskussion stehende Europäische Bankenunion strebt an, die Risiken der privaten Finanzwirtschaft von den Risiken des jeweiligen Heimatstaates zu trennen. Ziel einer Bankenunion ist es, Wachstum und Beschäftigung zu fördern, indem die Geschäftsbanken innerhalb der Euro-Zone ihre günstigeren Refinanzierungskonditionen an die Privatwirtschaft weiter geben. Heute existiert eine starke Interdependenz zwischen den Risiken der Banken eines Landes und den Risiken ihres jeweiligen Heimatlandes. Ursache ist unter anderem ein stark fragmentiertes, auf die Interessen des jeweiligen Heimatlandes ausgerichtetes und unterschiedlichen Standards folgendes System der Bankenaufsicht innerhalb der Euro-Zone. Kernelement einer Europäischen Bankenunion ist daher eine nach einheitlichen Regeln und möglicherweise von einer einzigen Stelle ausgeübte Aufsicht und Kontrolle aller rund 6.000 innerhalb der Europäischen Währungsunion tätigen Geschäftsbanken. Weitere Bestandteile einer Bankenunion sind ein einheitliches Verfahren zur Abwicklung insolventer Institute sowie ein europaweites System der Einlagensicherung.

F

FINANZTRANSAKTIONSSTEUER (FTS)
Die Finanztransaktionssteuer soll grundsätzlich auf alle Geschäfte im Finanzverkehr erhoben werden. Sie wirkt wie die Umsatzsteuer im Waren- und Dienstleistungsverkehr: Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren wie Anleihen, Aktien zwischen Banken oder anderen Finanzinstituten soll damit künftig einer Besteuerung von 0,1 Prozent unterworfen werden, Derivate sollen mit 0,01 Prozent Steuer belegt werden. Da Fiskalangelegenheiten in der EU einstimmig beschlossen werden müssen und sich einzelne Länder, wie Großbritannien, gegen eine solche Steuer wehren, ist die Einführung der Finanztransaktionssteuer auf EU-Basis schwierig. Eine der favorisierten Lösungen ist die Verständigung und Einführung der Finanztransaktionssteuer auf Länderebene.

G

GELDMARKT
In Abgrenzung zum Finanzmarkt, auf dem langfristige Finanzierungsmöglichkeiten gehandelt werden, dient der Geldmarkt den Banken zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung. Banken können hierzu bei der Zentralbank Guthaben aufnehmen oder bei ihr in Geldmarktpapiere investieren beziehungsweise diese wieder verkaufen. Der Geldmarkt ist ausschließlich für Banken direkt zugänglich.
GELDWERTSTABILITÄT
Bezeichnet grundsätzlich die Vermeidung von übermäßiger Inflation beziehungsweise Deflation, der Wert des Geldes soll also auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Die Geldwertstabilität ist dann gewährleistet, wenn die Geldmenge nicht stärker als das reale Bruttoinlandsprodukt steigt.
GIROCARD
Umgangssprachlich auch Bankkarte, Scheckkarte oder oftmals noch wie die Vorgängerversion EC-Karte genannt. Mit der girocard und der persönlichen Identifikationsnummer (PIN) können Bankkunden am Geldautomaten Bargeld vom Girokonto abheben und in Geschäften mit Hilfe des Lastschriftverfahrens bezahlen. Meist hat die girocard auch eine GeldKarte-Funktion durch Integration eines entsprechenden Chips. 
GLÄUBIGER
Der Gläubiger ist eine Person, die von jemandem (dem Schuldner) eine Leistung fordern kann. Ein Gläubiger leiht dem Schuldner also beispielsweise Geld, dessen Rückzahlung er fordern kann.
GRUNDSCHULD
Eine von drei Formen des so genannten Grundpfandrechts. Bezeichnet das Recht, aus einem Grundstück oder einer Immobilie die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages zu fordern. Die Grundschuld dient bei Abschluss eines Kreditvertrages als Sicherheit für den Gläubiger, sollte der Schuldner zahlungsunfähig werden.

H

HEDGEFONDS
Eine sehr spekulative Art von Investmentfonds, deren oberstes Ziel eine rasche Kapitalvermehrung ist. Hedgefonds bestehen meist aus hoch spekulativen Produkten, die zwar hohe Renditen ermöglichen können, deren Ausfallrisiko jedoch sehr hoch ist.
HYPOTHEK
Die Hypothek ist ein durch Eintragung ins Grundbuch verbrieftes Recht zu Gunsten eines Gläubigers. Im Gegensatz zur Grundschuld besteht hierfür eine persönliche, auf die Zahlung von Geld gerichtete Forderung. Zahlt der Schuldner das geliehene Geld nicht vereinbarungsgemäß zurück, kann der Gläubiger im Zuge eines Konkursverfahrens das Grundstück zwangsversteigern lassen. Mit Begleichung der Schuld erlischt die Hypothek und kann nicht mehr (als Kreditsicherheit) verwendet werden.

I

IMMOBILIENBLASE
Eine Immobilienblase (oder auch allgemein Spekulationsblase, nicht auf Immobilien beschränkt) entsteht durch eine drastische Überbewertung von Immobilien, dadurch erfolgt ein Preisanstieg. Die Blase „platzt“ im weiteren Verlauf durch einen dramatischen Preisverfall innerhalb sehr kurzer Zeit, wodurch sich das Preisniveau wieder normalisiert.
INDEXMIETE
Vertraglich festgelegte „automatische“ Mieterhöhung, die sich an einem Index orientiert, beispielsweise steigenden Lebenshaltungskosten oder Inflation.
INFLATION
(> Deflation) Als Inflation wird ein andauernder Anstieg des Preisniveaus bezeichnet. Damit einher geht eine Geldentwertung, das heißt das Verhältnis von Geldmenge und Gütermenge verändert sich – die Geldmenge steigt, und Waren verteuern sich.
INVESTMENTGESELLSCHAFT
Ein Unternehmen, das Fonds gründet und verwaltet und Anteile an diesen Fonds an ihre Kunden – die Anleger – verkauft. Mit diesem Kapital kauft die Investmentgesellschaft nach festgelegten Grundsätzen ein Portfolio aus Wertpapieren oder Immobilien.
IWF
Der Internationale Währungsfonds vergibt als Sonderorganisation der Vereinten Nationen bei Bedarf Kredite an die über 180 Mitgliedsstaaten, fördert den internationalen Austausch in Fragen der Währungspolitik, überwacht die Geldpolitik und verfolgt das Ziel der Ausweitung des Welthandels.

K

KFW
Die Aufgabe der Kreditanstalt für Wiederaufbau ist die Förderung des Mittelstandes und von Existenzgründern durch Kreditvergabe. Darüber hinaus finanziert die KfW Infrastrukturvorhaben, Wohnungsbau und vergibt Bildungskredite. 
KONJUNKTUR
Der Konjunkturzyklus beschreibt das Auf und Ab der wirtschaftlichen Aktivitäten und ist ein sich immer wiederholendes Grundmuster. Ein solcher Zyklus besteht aus einer Aufschwungphase (Expansion), der Hochkonjunktur (Boom), einer Abschwungphase (Rezession) und einer Tiefphase (Depression). Während der Hochkonjunktur ist die Wirtschaft voll ausgelastet, es herrscht ein hohes Beschäftigungslevel, Löhne und Preise steigen. In Zeiten der Rezession sinkt die wirtschaftliche Auslastung und die Arbeitslosigkeit steigt.
KREDIT
Ein Kredit bedeutet die befristete Überlassung von Finanzmitteln zu bestimmten Konditionen beziehungsweise Rahmenbedingungen wie Zinsen, Laufzeit und Tilgung.
KREDITKARTE
Instrument des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und der Bargeldbeschaffung. Sie wird von Banken oder Unternehmen in Zusammenarbeit mit Kreditkartenorganisationen ausgegeben, oft auch direkt von einer Kartengesellschaft. Eine Kreditkarte ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern bietet bis zur Belastung des Kontos einen kurzfristigen Kredit. Die Gebühren und Transaktionskosten, die beim Bezahlen mit der Kreditkarte anfallen, trägt der Händler. Im Ausland fallen meist zusätzliche Gebühren für die Nutzung an. 
KREDITWÜRDIGKEIT
KUPON
Im ursprünglichen Sinn der Teil eines Wertpapiers, der zur Einlösung eines Gewinnanteils oder einer Zinszahlung berechtigt – heute bezeichnet der Kupon den auf einer Anleihe angegebenen Zinssatz in Prozent.
KURSWERT
Der Wert, zu dem ein Wertpapier bei einer Transaktion tatsächlich gehandelt wird. Je nach Angebot und Nachfrage kann der Kurswert vom Nennwert abweichen.

L

LEERVERKAUF
Ein Leerverkauf ist der Verkauf von Wertpapieren (oder anderen Vermögenswerten), die der Verkäufer zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht besitzt. Der Verkäufer spekuliert darauf, dass der Kurs bis zum Übergabedatum sinkt und unter dem tatsächlichen Verkaufspreis liegt. Die Kursdifferenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs ist der Gewinn des Leerverkäufers. Steigt der Kaufpreis in der Zwischenzeit, macht der Leerverkäufer Verlust. Leerverkäufe sind möglich, da der Liefertermin für Wertpapiere in der Regel erst einige Geschäftstage nach der eigentlichen Transaktion liegt.
LIQUIDITÄT
Bezeichnet die Verfügbarkeit ausreichender Zahlungsmittel, um eine Transaktion vollziehen zu können.

N

NENNWERT
Der bei Ausgabe eines Wertpapiers oder einer Währung festgelegte Wert. Je nach Angebot und Nachfrage kann der Kurswert vom Nennwert abweichen. 

O

OPTION
Als Option wird in der Finanzwelt das Recht (also die freiwillige Möglichkeit) bezeichnet, bestimmte Güter oder Wertpapiere zu einem in der Zukunft gelegenen Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu handeln.

P

PENSIONSSICHERUNGSVEREIN
Der Pensionssicherungsverein ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und schützt Mitarbeiter und Rentner, die eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen haben, bei der Insolvenz des Arbeitgebers. Sofern ein Anspruch auf insolvenzgeschützte Betriebsrente besteht, übernimmt der Verein die Versorgung der Arbeitnehmer und Rentner. Der Schutz gilt nur für bestimmte Durchführungswege der Betrieblichen Altersvorsorge, dazu gehören Direktzusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds.
PHISHING
Zusammengesetzt aus „Password“ und „Fishing“, frei übersetzt das „Angeln nach Passwörtern“. Durch gefälschte Internetadressen, E-Mails oder SMS versuchen die Täter an sensible Passwörter anderer Benutzer zu kommen, etwa den Zugangsdaten zum Onlinebanking. 
PIN
Persönliche Identifikationsnummer oder auch Geheimzahl. Sie dient der Identifizierung eines Berechtigten, beispielsweise zur Benutzung eines Mobiltelefons, um mit einer girocard Geld abzuheben oder um Online-Banking zu nutzen.

R

RATINGAGENTUR
Unternehmen, das die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen und Staaten nach einem festgelegten Schema bewertet. Ratings gehen dabei von AAA (kein Ausfallrisiko) bis D (Zahlungsunfähigkeit) und dienen Investoren und Gläubigern als Orientierung, wie risikoreich eine Geldanlage ist.
RENDITEABSTAND („CREDIT SPREAD“)
Investiert man in Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko höher ist, ist gleichzeitig auch die zu erwartende Rendite höher. Diesen Renditeaufschlag nennt man auch Credit Spread. Grundsätzlich gilt: Je schlechter eine Anleihe von einer Ratingagentur bewertet wird, desto höher ist ihr Credit Spread.

S

SCHULDENBREMSE
Seit 2009 im deutschen Grundgesetz verankert sieht diese Regelung vor, dass schrittweise bis zum Jahr 2020 Staats- und Länderhaushalte ihre Schulden nicht mehr mit neuen Krediten finanzieren dürfen. Die Schuldenbremse hat damit das Ende der Nettokreditaufnahme zum Ziel und sieht nur wenige Ausnahmen, wie Katastrophen oder eine schwere wirtschaftliche Rezession vor. Ziel ist es, die Haushalte von Bund und Ländern auf ein solideres Fundament zu stellen. Der EU-Fiskalpakt schreibt ebenfalls eine verbindliche Schuldenbremse für alle EU-Länder vor.
SONDERTILGUNGSRECHT
Wird im Kreditvertrag ein Sondertilgungsrecht eingeräumt, kann der Schuldner festgelegte Teilbeträge des Kredits vorzeitig zu festen Terminen begleichen. Wird außerhalb der vereinbarten Sondertilgungen die verbleibende Kreditsumme auf einen Schlag getilgt, entgehen der Bank Zinsgewinne, die sie bei regelmäßiger und über die gesamte Laufzeit geleisteter Ratenzahlungen gehabt hätte. Dafür verlangt die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung.
STAATSHAUSHALT
Der Staatshaushalt (oder auch öffentlicher Haushalt) umfasst alle Einnahmen und Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland. Alljährlich erstellt die Bundesregierung einen Haushaltsplan, der alle erwarteten Einnahmen aus Steuern, Gewinnen oder Erlösen den erwarteten Ausgaben – Personalkosten, Ausbau der Infrastruktur, Investitionen in die Bildung u.v.m. – gegenüberstellt. Der Haushaltsplan muss vom Bundestag genehmigt werden.
STAATSSCHULDENKRISE DER EURO-ZONE
Griechenland veröffentlichte im Oktober 2009 den vollen Umfang seines Haushaltsdefizits und seines Schuldenstandes und bat im April 2010 um finanzielle Unterstützung durch die Länder der Euro-Zone. So sollte der Staatsbankrott vermieden werden, denn Griechenland konnte seine Zahlungsverpflichtungen, wie Zins und Tilgung aus Anleihen, nicht mehr selbst bezahlen. Auch Irland und Portugal kündigten finanzielle Engpässe an. Den betroffenen Ländern wurden seitdem Bürgschaften und Kredite zugesagt, so dass ein Staatsbankrott bisher bei allen Krisenstaaten vermieden werden konnte. Allerdings musste bei Griechenland im Frühjahr 2012 ein Schuldenschnitt durchgeführt werden. Die Staatschuldenkrise ist immer noch ein wichtiges Thema für den Euro und die Euro-Zone.
STAATSVERSCHULDUNG
Dieser Begriff bezeichnet die Gesamtschulden eines Staatshaushaltes. Ist ein Staat hoch verschuldet, zweifeln Kreditgeber die Sicherheit der Zahlungsfähigkeit des Landes an. Sie kaufen die Anleihen dieses Staates nur noch, wenn sie im Gegenzug hohe Zinszusagen erhalten. Erhöht sich der Zins, den ein Staat für Kredite zahlt, so verteuert sich auch seine Verschuldung. Die Staatsverschuldungsquote Deutschlands betrug im Jahr 2011 ungefähr 83% Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BIP). Laut EU-Vertrag von Maastricht dürfen es maximal 60% sein.

T

TAN
Transaktionsnummer, die der Autorisierung eines Buchungsvorgangs beim Online-Banking dient. Sie besteht meist aus sechs Ziffern und ist ein Einmalpasswort, jede iTAN kann also nur einmal verwendet werden. Die TAN-Liste erhält der Kunde von seiner Bank. Neuere Formen sind das mobileTAN-Verfahren, bei dem die TAN neben den wesentlichen Auftragsdaten per SMS an ein Mobiltelefon gesendet wird.  Alternativ gibt es zudem TAN-Generatoren, die mit Display, Tastatur (eTAN plus)  oder zusätzlich mit einem Einschubfach für die Girocard (chipTAN) versehen sind. In beiden Fällen werden die Auftragsdaten (z.B. Empängerkontonummer) mit einbezogen.
TERMINBÖRSE
Eine Börse, an der Termingeschäfte wie Optionen und Derivate gehandelt werden, Transaktionen also, die in der Zukunft liegen, deren Verträge jedoch in der Gegenwart geschlossen werden.
TILGUNG
Bezeichnet den Teil der Rückzahlungsrate eines Kredits, mit dem die Kreditschuld verringert wird. Neben der Tilgung besteht die Rückzahlungsrate noch aus den Zinsen.

U

ÜBERSCHUSSBETEILIGUNG
Investiert beispielsweise eine Lebensversicherung die eingezahlten Beiträge gewinnbringend, bezeichnet die Überschussbeteiligung den Anteil am hierdurch erwirtschafteten Gewinn, der den Versicherten anteilig gutgeschrieben wird. 

V

VERBRIEFEN
Wird etwas verbrieft (meistens Kapital), so werden normalerweise nicht handelbare Werte in auf einem Markt (meistens die Börse) handelbare Wertpapiere umgewandelt, beispielsweise verbriefen Aktien das Eigenkapital eines Unternehmens.
VERTRAG VON MAASTRICHT
Der Vertrag wurde am 7. Februar 1992 in Maastricht unterzeichnet und begründete die Europäische Union in ihrer heutigen Form. Wichtigster Vertragspunkt war die Einführung der gemeinsamen Währung Euro sowie die Festlegung der Kriterien, die die Mitgliedsstaaten finanziell erfüllen müssen, um den Euro einführen zu können (Konvergenzkriterien [Link zum Glossareintrag Euro-Zone]). Dadurch sollte die Stabilität der gemeinsamen Währung gesichert werden. Daneben beinhaltet der Vertrag eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres. 
VOLATILITÄT
Aktienkurse und Zinsen unterliegen Schwankungen in Abhängigkeit der Nachfrage. Diese Schwankungen bezeichnet man als Volatilität.
VORFÄLLIGKEITSENTSCHÄDIGUNG
Vorfälligkeitsentschädigungen werden fällig, wenn ein Darlehen früher als geplant zurückgezahlt wird, der Kreditnehmer also eine Sondertilgung leistet. Für die hierdurch verlorenen Zinsgewinne erhält die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung.

W

WÄHRUNG
Mit Währung bezeichnet man das bestehende oder allgemein anerkannte Zahlungsmittel (Euro, Dollar, etc.) eines Staates oder einer Staatengemeinschaft.
WÄHRUNGSKRISE
Eine Währungskrise entsteht, wenn eine Währung gegenüber einer anderen Währung stark abwertet oder ein fester Wechselkurs plötzlich aufgegeben werden muss. Dies ist meist der Fall, wenn ein Land stark verschuldet ist: Die Kapitalmarktteilnehmer verkaufen die Anleihen des Schuldenstaates, so dass die Nachfrage nach der Währung sinkt – und damit auch ihr Wert. Stattdessen kaufen Kapitalanleger Anleihen von weniger verschuldeten Staaten. Die Nachfrage nach der entsprechenden Währung steigt – und damit ihr Wert. Die Abwertung einer Währung bedeutet im Gegenzug die Aufwertung einer anderen Währung. Oft zieht eine Währungskrise eine Finanz- und Wirtschaftskrise nach sich: Im Land der abgewerteten Währung werden aus anderen Ländern eingeführte Waren teurer. Die Bevölkerung muss deshalb einen größeren Teil ihres Einkommens für den Kauf dieser Produkte, wie Benzin oder Gas, ausgeben.
WÄHRUNGSUNION
Einigen sich zwei oder mehrere Staaten auf ein gemeinsames Zahlungsmittel, entsteht eine Währungsunion. In diesem Zusammenschluss gibt es nur eine Zentralbank, die für die Geldwertstabilität verantwortlich ist. Die Währungsunion in Europa (EWU) besteht derzeit aus 17 Staaten und wurde 1999 gegründet.

Z

ZINSBINDUNGSFRIST
Bei einem Darlehen, das über einen längeren Zeitraum vereinbart wird, werden Zinsvereinbarungen nicht für die Gesamtdauer getroffen, sondern in bestimmten Abständen neu verhandelt. Diesen Zeitraum bezeichnet man als Zinsbindungsfrist. Nach Ablauf dieser Frist wird eine neue Zinsvereinbarung getroffen.
ZINSESZINS
Zins ist die Gebühr für die Nutzung eines fremden Gutes oder Geldes. Zinseszins bedeutet, dass in der Berechnungsgrundlage für den Zins bereits anfallende Zinsen enthalten sind. Das bewirkt, dass Schulden oder Vermögen exponentiell steigen, da sie sich durch jede Zinszuschlagung erhöhen und auf diese neue Gesamtsumme wiederum Zinsen gezahlt werden.