Lesen Sie in unseren volkswirtschaftlichen Publikationen wöchentlich die neuesten Analysen unserer Finanzexperten zu Wirtschaftspolitik und Währungsentwicklungen.
20.03.2009 > HVB-Freitagspapier: Die Amerikaner sparen immer mehr [ Mehr … ]
27.02.2009 > HVB-Freitagspapier: EWU: Noch ein weiter Weg zur Stabilisierung [ Mehr … ]
20.02.2009 > HVB-Freitagspapier: Obama-Plan lässt Staatsdefizit anschwellen [ Mehr … ]
19.12.2008 > HVB-Freitagspapier: Weihnachtsgeschäft läuft besser als befürchtet [ Mehr … ]
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20.03.2009 > Die Amerikaner sparen immer mehr
Die Sparquote der US-Amerikaner ist in den letzten Monaten auf 5% geradezu nach oben geschnellt. Vor einem Jahr lag sie noch bei nahe Null. Schuld daran sind die Arbeitsmarktmisere, vor allem aber die gigantischen Vermögensverluste. Sie summieren sich mittlerweile auf 1½ Jahresgehälter. Das lässt die Sparquote weiter steigen, bremst gleichzeitig aber den Konsum massiv ein. Auch die Unternehmensbilanzen kommen immer mehr unter Druck. Die Gewinnerosion war im ersten Rezessionsjahr so stark wie noch nie in den letzten 50 Jahren. Die Firmen reagierten darauf außergewöhnlich rasch, bauen noch immer Personal ab, kappen die Kosten und fahren ihre Investitionen massiv zurück. Die fiskal- und geldpolitischen Entscheidungsträger versuchen dem privaten Sparzwang entgegenzuwirken. Aber auch wenn die Fed diese Woche noch mächtig nachlegte und damit wenigstens die Stimmung aufhellte: Die Rezession wird erst im Laufe des 2. Halbjahrs auslaufen, und die anschließende Erholung fällt nur sehr bescheiden aus. Mehr noch! Da wir keinen raschen Rückgang der Sparquote auf die Niveaus der letzten Jahre erwarten (schließlich trafen die Vermögensverluste die Aktien lastige Altersvorsorge besonders hart), sollte sich auch noch mittelfristig das Konsum- und damit das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Grenzen halten.
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27.02.2009 > EWU: Noch ein weiter Weg zur Stabilisierung
Der unerwartete Rückschlag der Einkaufsmanager-Indizes hat den Hoffnungen auf eine schnelle Trendwende bei der Konjunktur im Euroraum einen Dämpfer verpasst. Die miserable Lage der Wirtschaft zum Jahresende wird sich im ersten Quartal fortsetzen. Das BIP wird zu Jahresbeginn erneut stark schrumpfen.
Dahingegen hat der zweite spürbare Anstieg der Ifo-Erwartungen in Folge diese Woche die Hoffnungen auf eine Verbesserung nach Jahresmitte untermauert. Die Ifo-Erwartungen sind der zuverlässigste Frühindikator für die wichtige deutsche Industrieproduktion. Den Tiefpunkt sehen die Volkswirte der UniCredit Group hier im Frühjahr. Ob dies aber letztendlich in einer Stabilisierung der deutschen und europäischen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte münden wird, bleibt weiterhin sehr ungewiss. Denn dazu müssen die Frühindikatoren von ihren weiterhin stark rezessiven Niveaus in den kommenden Monaten noch rasant ansteigen.
Das Ende der Rezession nach der Jahresmitte ist durchaus möglich, gleichzeitig aber sehr ambitioniert. Denn trotz des bereits beispiellosen Absturzes und den fiskalischen Stützungsmaßnahmen, bleiben die Abwärtsrisiken hoch. Das Platzen der Haupreisblase hält an, und der Arbeitsmarktausblick hat sich nach den USA auch in Europa rapide verschlechert. Und zudem verringert der kalte Winter die kaufkraftstützenden Effekte der starken Disinflation über höhere Heizausgaben.
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20.02.2009 > Obama-Plan lässt Staatsdefizit anschwellen
Das größte US-Fiskalprogramm aller Zeiten ist unter Dach und Fach. Der 787 Mrd USD schwere "American Recovery and Reinvestment Act" sieht Steuererleichterungen von gut 200 Mrd vor; die restlichen drei Viertel werden in zusätzliche Staatsausgaben fließen. Zudem hat Obama die Hilfen für die von Zwangsversteigerungen bedrohten Hausbesitzer präzisiert und massiv aufgestockt. Die Volkswirte der UniCredit Group erwarten vom jüngsten Fiskalpaket bis zu 3½ Millionen neue Arbeitsplätze und Wachstumsimpulse von bis zu 2½% des BIP im kommenden Jahr – genug, um die Rezession zu beenden, aber zu wenig, um für eine rasche und kräftige Konjunkturerholung zu sorgen. Die Kehrseite der beispiellosen Stimulierungsprogramme ist ein kräftig steigendes US-Haushaltsdefizit. Allein im laufenden Fiskaljahr dürfte der Fehlbetrag auf 1,4 Billionen USD anschwellen; das sind fast 10% des BIP! Und ob sich das Defizit so rasch zurückführen lässt wie projektiert, ist noch längst nicht gesichert. Noch stößt die Finanzierung der Programme kaum auf Probleme. Die emittierten Staatstitel finden nach wie vor rege Nachfrage, vor allem aus dem Ausland. Grund ist die hohe Risikoaversion, die die Investoren in sichere Häfen treibt. Wenn aber die Finanzkrise erst einmal abebbt, dann dürften zumindest die US-Renditen nachhaltig steigen.
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19.12.2008 > Weihnachtsgeschäft läuft besser als befürchtet
Finanzmarktkrise gepaart mit Rezession, Arbeitsplatzsorgen und Stimmungstief – kein Wunder, dass sich die Einzelhändler Sorgen machten, das Weihnachtsgeschäft könne dieses Jahr ins Wasser fallen. Schließlich sind die Wochen vor den Feiertagen die umsatzstärksten im Jahr. Das gilt in den USA noch mehr als in Europa. Entgegen allen Unkenrufen aber ist das Weihnachtsgeschäft recht ordentlich angelaufen. In den USA ist die Zahl der Kunden, die zum Auftakt in die Geschäfte strömten, deutlich angestiegen. Beispiellose Rabattaktionen und die Kaufkraftgewinne im Zuge der gefallenen Energiepreise sollten geholfen haben. Auch in Deutschland zeigen sich die Händler mit den Umsätzen zufrieden. Zudem zeige die Erfahrung der letzten Jahre, dass Geschenke immer später gekauft werden. Das Weihnachtsgeschäft scheint also der Krise zu trotzen. Offenbar wollen sich die Verbraucher vor dem "dicken Ende" noch etwas gönnen. Das aber kommt. Das EWU-weite Bruttoinlandsprodukt wird im kommenden Jahr mit 1,3% so stark schrumpfen wie noch nie in der Nachkriegsgeschichte, während die Arbeitslosigkeit wieder spürbar steigen wird – auch in Deutschland. Und die Wirtschaft in den USA bricht im nächsten Jahr sogar um 1,5% ein.
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