DER ERSTE SCHRITT: ANLAGESUMME ERMITTELN
Vor der Kapitalanlage steht der Kassensturz – dann folgt das Sparen. Der erste Schritt besteht darin, sich einen Überblick über die fixen und variablen Haushaltsausgaben zu verschaffen und diese von den Gesamteinkünften abzuziehen. Der übrig bleibende Betrag steht grundsätzlich für eine Anlage zur Verfügung. Doch dieser Betrag sollte geschickt auf verschiedene Töpfe verteilt werden. Dabei gilt die Regel: Erst wenn ein Topf gefüllt ist, kann der folgende mit Kapital aufgestockt werden. Und: Für Topf 1 und Topf 2 wird klassisch gespart, hier bieten sich Geldmarktanlagen an. Dies sind sichere, kurzfristige Investments, wie Termin- oder Festgelder, Sparbücher oder Konten mit variabler Guthabenverzinsung. Ab Topf 3 wird mit dem Ziel Vermögensmehrung investiert.

Topf 1: Jeder Haushalt benötigt einen Notgroschen, beispielsweise für eine plötzlich nicht mehr funktionstüchtige Waschmaschine oder eine Autoreparatur. Ein gutes Netto-Monatsgehalt gilt dafür als Richtlinie. Sinnvoll sind Tagesgeld- und Sparkonten.
Topf 2: Auch für geplante größere Ausgaben, wie Reisen oder Neuanschaffungen, sollte ein finanzielles Polster angelegt werden. Drei Netto-Monatsgehälter gelten hier als angemessen. Ein Termingeldkonto ist eine sichere Sparvariante.
Topf 3: Auch die Basis der Altersvorsorge muss auf konservativem Weg gesichert sein, bevor über weitere Investments nachgedacht werden kann.
Topf 4: Der übrige Anteil vom Gesamteinkommen steht für weitere Anlagen zur Verfügung, die als ‚Rendite-Turbo‘ für die Altersvorsorge und Mehrung des eigenen Vermögens dienen können.
Das magische Dreieck der Geldanlage
Jeder Anleger sollte den Zusammenhang des ‚magischen Dreiecks’ von Sicherheit, Rendite und Liquidität verstehen, bevor er sich mit der Wahl der passenden Anlageformen beschäftigt. Denn die drei Dimensionen des Dreiecks stehen in einem Spannungsverhältnis.

Optimal wäre ein Investment mit:
- Hoher Rentabilität: Das Investment verspricht hohe, regelmäßige Zinszahlungen oder/und zugleich eine Gewinnbeteiligung und führt damit zu Kapitalwachstum.
- Hoher Liquidität: Das Investment ist täglich handelbar, das bedeutet, der Anleger kann jederzeit darüber verfügen.
- Hohe Sicherheit: Das Investment birgt nur ein geringes Verlustrisiko.
In der Realität kann es das nicht geben. Für Anleger ist es deshalb wichtig, folgende Zusammenhänge zu verstehen: Umso sicherer eine Anlage ist, desto geringer ist tendenziell ihre Rendite. Das trifft zum Beispiel auf festverzinsliche Anleihen zu, bei denen der Anleger regelmäßig mit hoher Sicherheit Zinszahlungen erhält, dafür aber Abstriche bei der Rendite machen muss.
Wem Sicherheit bei der Geldanlage wichtig ist, der muss gegebenenfalls auch auf eine hohe Liquidität verzichten. Beispielsweise gilt dies bei eher langfristigen Anlagen wie Immobilien. Denn umso liquider das Investment, desto unsicherer ist es – zumindest kurzfristig. Täglich an der Börse handelbare Aktien sind ein vergleichsweise liquides Investment, wobei die Liquidität in Abhängigkeit von Transaktionskosten und im Fall mangelnder Nachfrage bei einzelnen Aktien variieren kann. Eine hohe Liquidität – und damit ein großer Handlungsspielraum – bedingt unter Umständen ein schnelles Agieren der Marktteilnehmer, was zu unerwarteten Kursgewinnen aber auch Kursverlusten führen kann. Im Vergleich dazu sind Immobilienfonds weniger liquide – da es meist einige Zeit in Anspruch nimmt, ehe eine Immobilie veräußert werden kann und damit die eingesetzten Geldmittel zur Verfügung stehen. Eine geringe Liquidität bedeutet, dass der Anleger nicht sofort, beziehungsweise nicht ohne Verluste, über sein Vermögen verfügen kann. Das stellt insofern ein Risiko dar, dass im Fall einer finanziellen Schieflage des Investments kein schnelles Handeln möglich ist. Bei Anlagen mit geringer Liquidität ist also ein langer Atem gefragt.
Das Verständnis dieser Zusammenhänge hilft bei der Beurteilung, ob eine Kapitalanlage dazu geeignet ist, die persönlichen Anlageziele zu erreichen.
Risiko vs. Rendite: Auf den richtigen Mix kommt es an
Da Liquidität, Sicherheit und Rendite also stets in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen, sollte sich jeder Anleger vorab Ziele definieren. Dabei spielt auch die Persönlichkeit des Anlegers eine wichtige Rolle, denn jeder hat andere Prioritäten und deshalb kommen für jeden auch andere Investments in Frage. Der sicherheitsbewusste Typ legt Wert auf die Bewahrung des Vermögens und verzichtet dafür auf Renditechancen. Wachstumsorientierte Anleger sind bemüht, den richtigen Mix zwischen Absicherung und Wachstumschancen zu finden. Wer den Fokus auf die Rendite legt und keine Scheu vor Verlusten hat, gehört zu den risikobewussten Anlegern.
Sicherheitsbewusst |
Wachstumsorientiert |
Risikobewusst |
Welcher Weg der richtige ist, hängt natürlich auch von der individuellen Lebenssituation ab: Wie stabil ist die finanzielle Situation des Anlegers? Wofür und wann benötigt der Anleger das Geld?
Zwei Beispiele: Dient die Kapitalanlage der Altersvorsorge, sollten hochspekulative Investments nur sehr begrenzt in Erwägung gezogen werden. Wer Geld anlegt, um damit in 20 Jahren seinen Altersruhesitz zu erwerben, kann mit einem hohen Aktienanteil in seinem Depot beginnen. Das ist auf lange Sicht eine rentable Form der Geldanlage, die aber kurzfristigen Wertschwankungen unterworfen ist. Also sollte mit zunehmendem Näherrücken des geplanten Kauftermins in wertstabilere Anlagen umgeschichtet werden.
Da die verschiedenen Anlageformen unterschiedliche Risiken und Ertragspotenziale beinhalten, ist generell ein Vermögensaufbau mit unterschiedlichen Kapitalanlagen stabiler. Das heißt dann "Diversifikation des Portfolios".
Einen Überblick über die Anlageformen finden Sie hier.



